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  • Dieter Franklin

Historie Altstadtkirche

Evangelische Kirchengemeinde Monheim:

Altstadtkirche und Küsterhaus

 

1517  Die Reformation in Deutschland nimmt ihren Anfang - Luthers 95 Thesen

Mitte des 16. Jhds.  Erste Evangelische in der "Alten Freiheit" - sie kommen in Privathäusern zusammen

1619  Die 50. Bergische Reformierte Synode versammelt sich in der ehemals katholischen Marienkapelle

Mitte des 17. Jhds.  In alten Aufzeichnungen und Archiven finden sich keine Hinweise mehr auf evangelische Christinnen und Christen in Monheim - das ändert sich erst

Anfang des 19. Jhds.  In Monheim gibt es wieder Evangelische - Reformierte und Lutheraner; die Reformierten fühlen sich der Kirchengemeinde (Düsseldorf)-Urdenbach zugehörig die Lutheraner gingen zum Gottesdienst nach (Langenfeld)-Reusrath. 

Schon zuvor, Ende des 18. Jhds., entschieden sich die Evangelischen in Monheim zum Bau einer Schule - einer einklassigen Schule.

Dieses älteste, erhaltene Gebäude der Evangelischen in Monheim ist das heute so genannte "Küsterhaus"

1839  Die Schule ist der Kristallisationspunkt für das Entstehen der Kirchengemeinde.

Gottesdienste (und Schulunterricht) finden fortan im Schulgebäude statt. Auch im April 1945 - die Kirche war im 2. Weltkrieg schwer zerstört - feiert die Gemeinde Gottesdienst im Küsterhaus

Mitte des 19. Jhds.  Zwei Namen stehen für die weitere Entwicklung der Evangelischen Kirchengemeinde Monheim und für den Bau der Kirche: Johann Wilhelm Grevel und Pfarrer Julius Ernst Moll.

Grevel wurde 1787 als Pfarrerssohn in Urdenbach geboren. In Köln wurde er ein erfolgreicher, vor allem vermögender Kaufmann. Nach ihm ist das Gemeindezentrum auf dem Sandberg benannt. Grevel vermachte vor seinem Tod (1831) den Evangelischen in Monheim 4.000 Taler, verbunden mit der Auflage, eine Kirche zu bauen und einen dort tätigen Pfarrer zu entlohnen.

Moll, geboren 1809, ist Sohn eines Kaufmanns aus dem bergischen Lennep, der 1845 Pfarrer in Monheim wird. Er bleibt bis zum 01. Juli 1895 - 50 Jahre lang; bei seinem Ausscheiden aus dem Pfarramt war er 85 Jahre alt! Und Moll war es, der den Bau der Kirche vorantreibt

1852  Das Monheimer Presbyterium stimmt dem Bau einer Kirche zu; um diesen zu finanzieren, werden die Abgaben verdoppelt. Mit dem Bau wurde erst begonnan, als 1.500 angespart waren.

Es wird beim Bau an allen Ecken und Enden gespart: 194.000 Ziegel für den Bau werden selbst gebrannt. Und einen Baufortschritt gab es immer erst dann, wenn genügend Geld für den nächsten Abschnitt angespart war.

So entsteht eine Kirche mit rund 200 Plätzen, die zuerst noch keinen Turm hat, sonder nur ein kleines Giebeltürmchen. Trotz allen Sparens und der vielen Eigenleistungen wird der Bau am Ende teuer: 8.700 Taler, statt der ursprünglich veranschlagten 6.600 Taler

Oktober 1858  Die Kirche wird in einem Festgottesdienst offiziell in Dienst genommen.

Den Namen  Altstadtkirche  trägt sie übrigens erst seit 2008 - aus Anlass zu ihrem 150jährigen Bestehen gab es einen Wettbewerb, aus dem der Name Altstadtkirche als Sieger hervorging.

Mitte des 19. Jhds. bis 1945  Die Kirche und die Kirchengemeinde wachsen langsam, aber stetig. Immer wieder müssen größere oder kleinere Bauarbeiten und Renovierungen durchgeführt werden.Veränderungen des Innen- und Altarraum werden vorgenommen - vieles ist dabei dem jeweiligen Zeitgeist geschuldet.

21. Februar 1945  Ein schwarzer Tag für Monheim und für die Kirche an der Grabenstraße. Ein schwerer Luftangriff der alliierten Truppen mit einem Bombentreffer am Kradepohl erschüttert die Kirche in ihren Grundfesten - das Dach wird aus der Verankerung gerissen. Bis zum Einmarsch amerikanischer Truppen am 

16. April 1945  erleidet die Kirche weitere Schäden - an den Glasfenstern, an der Orgel, am Glocken- und Dachstuhl.

Dieses Inferno übersteht nur ein kleines Glasfenster über der Innentür - die Noah - Taube mit dem Ölzweig. Das Fenster zerbricht zwar, kann aber wieder restauriert werden.

Die Katholische St. Gereon - Kirche hat es noch schwerer getroffen. Die Katholiken nehmen gern das Angebot an, zur Heiligen Messe in die evangelische Kirche zu kommen. Nach einer provisorischen Reparatur des Daches findet an Pfingstsonntag, am 

20. Mai 1945  der erste evangelische Gottesdienst in der Kirche statt

2016  Einige der Schäden des Zweiten Weltkriegs werden erst bei gründlicher Renovierung und Sanierung der Altstadtkirche behoben. Mit dieser umfangreichen Baumaßnahme - Kosten 1,35 Millionen Euro - wird die Altstadtkirche außen und innen saniert. Weitere Maßnahmen: die Orgel wird generalüberholt, neue Prinzipalstücke werden angeschafft, Beleuchtung und Übertragungstechnik auf den neuesten Stand gebracht; hinzu kommt - unter den strengen Auflagen des Denkmalschutzes - die Schaffung eines barrierefreien Zugangs am Seitenschiff.

13. Dezember 2016   mit einem Festgottesdienst, in dem der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, die Predigt hält, wird die Altstadtkirche wieder in Dienst genommen - zuerst noch ohne Orgelklang

Frühjahr 2017  Der Vorplatz der Kirche wird im Rahmen der städtischen Altstadtsanierung neu und offen gestaltet.

Heute wirkt das Innere der Altstadtkirche vornehm zurückhaltend. Sie hilft den Besucherinnen und Besuchern, sich auf das Wesentliche - die Verkündigung des Wortes Gottes und die Sakramente - zu konzentrieren.

Die Altstadtkirche ist und bleibt "ein Haus der lebendigen Steine" (Pfarrer Breuer). Sie zu erhalten und an der einen oder anderen Stelle noch schöner und einladender zu machen hat sich der am 06. Juli 2004 gegründete Förderverein "Historische Evangelische Kirche Monheim e. V. ", kurz: Förderverein Altstadtkirche, zur Aufgabe gemacht

Heute: Aus der kleinen Schar Evangelischer in Monheim hat sich eine Kirchengemeinde mit derzeit rund 9.000 evangelischen Christinnen und Christen in vier Pfarrbezirken entwickelt.

Die Kirchengemeinde fühlt sich als eine der Pionierinnen im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland der Inklusion verpflichtet.

kah / 090922

 

 

 

 

 

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